DenkNadeln in Erfurt bieten erweiterte Informationen im Gedenken an Opfer der Shoa

07.11.2017 14:56

Vor 10 Jahren gründete sich in Erfurt der „Arbeitskreis Erfurter GeDenken 1933-1945“ mit dem Ziel, Erinnerungszeichen an die in der Shoa deportierten und ermordeten Erfurter Bürgerinnen und Bürger auf den Weg zu bringen.

Das daraus erwachsene künstlerische Projekt der DenkNadeln setzte in Erfurt Zeichen des dezentralen Gedenkens an die Shoa. Am 9. November 2009 wurden die ersten vier Nadeln aufgestellt, die an fünf ehemalige Stadtbürgerinnen und Stadtbürger und deren Schicksale erinnern. Die neunte und vorerst letzte DenkNadel wurde am 9. November 2013 in der Lutherstraße 5 installiert.

Die Nadeln regen nicht zuletzt durch ihre ungewöhnliche Form zum Stehenbleiben und Nachdenken über das Schicksal der dort genannten, aus der Anonymität des nationalsozialistischen Massenmordes herausgehobenen Juden an. Mehr über das Leben der Menschen kann man über Kurzbiographien in der Publikation „Ausgelöschtes Leben. Juden in Erfurt 1933-1945“ von Dr. Jutta Hoschek, Mitglied des Arbeitskreises, erfahren.

Nunmehr ermöglichen an den DenkNadeln angebrachte QR-Codes den digitalen und schnellen Zugang zu kurzen Biogrammen durch eine Verlinkung auf die Website „Jüdisches Leben in Erfurt“, Portal des gleichnamigen Netzwerks, zu dem auch der Arbeitskreis zählt.

Anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Novemberpogroms 1938 am 9. November möchten sie anregen, sich eingehender mit den Schicksalen der Erfurterinnen und Erfurt zu befassen.