Der jüdische Friedhof Königstraße in Hamburg-Altona

09.10.2018 19:30 – 09.10.2018 21:00

Ein Vortrag von Dr. Michael Studemund-Halévy, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Im Sonnenschein ist ein sephardisches Grab zu sehen. Anstelle einer Grabplatte oder eines Grabsteins ist der Sarkophag in Portugiesisch beschrieben und am Rand umlaufend mit steinernem Blätterwerk verziert. An der kurzen Seite, die im Schatten liegt, ist ein von einem Lorbeerkranz umgebenes aufgeschlagenes Buch zu sehen. Im Hintergrund befinden sich weitere Bestattungen mit in den Boden eingelassenen Grabplatten.
Foto: © NordNordWest, Lizenz: Wiki Creative Commons
09.10.2018 21:00

Der jüdische Friedhof Königstraße in Hamburg-Altona

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Inmitten bemooster hebräischer Grabsteine steht ein Mann in heller Kleidung, einen grauen Pullover um die Schultern geschlungen. Er trägt graue Haare und eine randlose Brille und schaut ernsthaft in die Kamera.
Foto: Michael Studemund-Halévy Foto: © M. Studemund-Halévy

Der knapp 1,9 Hektar große jüdische Friedhof Altona ist der älteste jüdische Friedhof im heutigen Hamburg und der älteste portugiesisch-jüdische Friedhof in Nordeuropa.

1611 angelegt und 1877 geschlossen, gilt er aufgrund seiner Größe, seines Alters und der großen Zahl erhaltener Grabsteine als eines der bedeutendsten jüdischen Gräberfelder der Welt. Hier wurden Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus Altona und Hamburg beerdigt: Sepharden ursprünglich spanisch-portugiesischer Herkunft und Aschkenasim, mittel- und osteuropäische Juden.

Zurzeit liegt der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste dem Welterbekomitee vor. Voraussichtlich im Sommer 2018 wird über die Aufnahme des Friedhofs in das Weltkulturerbe der Unesco entschieden.

Zur Person

Michael Studemund-Halévy studierte Linguistik, Romanistik, Balkanlinguistik und Psychologie in Bukarest, Lausanne, Lissabon, Perugia und Hamburg. Zwischen 1972 und 2000 war er als Verlagslektor sowie freier Übersetzer und Autor tätig. Seit 1990 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg, seit 2001 Lehrbeauftragter an den Universitäten Hamburg, München, Wien und Potsdam. Von 2010 bis 2017 war er Eduard Duckesz Fellow der Hermann Reemtsma Stiftung, seit 2017 ist er Fellow der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Hebräische Ikonographie und Epigraphie, Judenspanisch, Geschichte der Marranen, Jüdischer Buchdruck sowie Sefarden und Aschkenasen in der Karibik.

Weitere Termine 2018

6. November: „Welterbe ‚Klassisches Weimar‘ – Wohn- und Wirkungsstätten der Klassiker und ihrer Förderer“ – Klassik-Stiftung Weimar (N. N.)

4. Dezember: „Ritus und Raum in mittelalterlichen Synagogen“ – Prof. Annette Weber, Hochschule für jüdische Studien, Heidelberg