Mirjam Pressler – Schreiben ist Glück
Die interaktive Ausstellung über die preisgekrönte Autorin, Übersetzerin und Malerin Mirjam Pressler (* 18. Juni 1940 † 16. Januar 2019) lädt dazu ein, in ihre Bücherwelten einzutauchen und selbst kreativ zu werden. Sie bietet ganz persönliche, sonst unzugängliche Einblicke in das Leben der eher verschlossenen Künstlerin. An insgesamt sieben Mitmachstationen können sich Besucherinnen und Besucher aktiv einbringen. Presslers knapp 40 Bücher warten an zahlreichen Lesestationen darauf, inhaltlich entdeckt zu werden. Die zur Lektüre vor Ort frei zugänglichen Werke verleihen der Schau einen gewissen Bibliothekscharme. Diverse Postkarten und ein „Kleines Glück zum Mitnehmen“ erinnern an den Museumsbesuch.
Pressler zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. 1940 kam sie als Kind einer unverheirateten Mutter in Darmstadt zur Welt. Ihre ersten Lebensjahre waren von Armut, Einsamkeit und Gewalt geprägt. Als Jugendliche träumte sie davon, Malerin zu werden. Erst mit 39 Jahren fand sie zum Schreiben. Ihre Bücher behandeln schwierige Themen wie Angst, Gewalt, Einsamkeit, Behinderung und Essstörungen. Zugleich sind Lebensmut und Hoffnung starke Motive. Die Schriftstellerin beschäftigte sich insbesondere mit jüdischen Themen und erinnerte an Überlebensgeschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus. In ihrem letzten Roman „Dunkles Gold“ erzählt Mirjam Pressler die emotionale Geschichte des Erfurter Schatzes, der in der Alten Synagoge besichtigt werden kann.
Faltblatt zur Ausstellung „Mirjam Pressler - Schreiben ist Glück“
Herausgeber: Stadtverwaltung Erfurt
Erstmals präsentiert wurde die Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt im Jahr 2024. Für Erfurt haben Gastkuratorin Dr. Franziska Krah und Dr. Maria Stürzebecher, Kuratorin der Alten Synagoge Erfurt, sie um einige Aspekte ergänzt, die an die neuen Ausstellungsorte der Thüringer Landeshauptstadt anknüpfen.
Eigens für die Erfurter Schau hat das Jüdische Museum Frankfurt eine knapp 100-seitige Begleitpublikation verfasst. Das bebilderte Magazin liefert einen inspirierenden Überblick zu Presslers beeindruckenden Lebenslauf. Die Veröffentlichung ist für 9,95 € an allen Ausstellungsorten erhältlich.
Ab dem 18. Juni 2025 startet zudem das Begleitprogramm zur Ausstellung. Als Auftaktveranstaltung ist an Presslers 85. Ehrentag eine große Geburtstagsfeier mit Improtheater und Silent Disco geplant. Des Weiteren wird es Kuratorinnenführungen, Vorträge, Lesungen und mehr geben.
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Wortspiele in der Ausstellung - Galerie Waidspeicher Foto: © Stadtverwaltung Erfurt - Dirk Urban
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Mitmachangebot zur Ausstellung - Galerie Waidspeicher Foto: © Stadtverwaltung Erfurt - Dirk Urban
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Gemeinsames Lesen in der Ausstellung - Galerie Waidspeicher Foto: © Stadtverwaltung Erfurt - Dirk Urban
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Einblick in die Ausstellung - Galerie Waidspeicher Foto: © Stadtverwaltung Erfurt - Dirk Urban
Ein emotionaler Jugendroman über jüdische Geschichte
Die große Erzählerin Mirjam Pressler hinterließ ein riesiges Werk. Ihr letztes Jugendbuch „Dunkles Gold“ widmete sie der besonderen Geschichte des Erfurter Schatzes. Der sorgfältig gestaltete, aufwühlende Roman zeugt von großer Wahrhaftigkeit über jüdische Identität und Antisemitismus, Liebe und Hoffnung.
In Deutschland ist Pressler vor allem als Schriftstellerin vielfach preisgekrönter Kinder- und Jugendbücher bekannt: „Der Name Pressler ist ein Synonym für nicht nur erfolgreiche, sondern gute und anspruchsvolle Kinder- und Jugendliteratur.“ (Gerrit Bartels, 16.01.2019, tagesspiegel.de)
Mirjam Presslers „Dunkles Gold“ (Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2019, 331 Seiten, ab 14 Jahren) ist für 11,00 € während der Öffnungszeiten (dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr) an der Museumskasse der Alten Synagoge und Kleinen Synagoge erhältlich. Da dieses wundervolle Werk vom Verlag leider nicht mehr nachgedruckt wird, nur solange der Vorrat reicht.
Und darum geht es im Buch:
Laura lässt das Geheimnis, das den mittelalterlichen jüdischen Schatz von Erfurt umgibt, nicht mehr los. Sie taucht ein in das Schicksal von Rachel und Joschua, die 1349 vor dem Pestpogrom fliehen mussten. Vielleicht begegnet Laura gerade deshalb jetzt Alexej, der am liebsten verschweigen möchte, dass er Jude ist. Allmählich versteht Laura, in wie viele Fettnäpfchen man treten kann, wenn man sich in einen Juden verliebt und was es heute bedeutet, jüdisch zu sein.
Buchkritik im Audioformat auf deutschlandfunkkultur.de (Dauer ca. 5 Minuten)
Dr. Franziska Krah ist Historikerin und arbeitet als Kuratorin am Jüdischen Museum Frankfurt. Sie begeistert sich für Archive, Literatur, Kunst und Musik und liebt es, rund um diese Themen leicht zugängliche und kreative Angebote zu entwickeln. Die Leiterin des Familie Frank Zentrums und Kuratorin für Familiensammlungen verantwortete für die 2020 erfolgte Neueröffnung des Jüdischen Museums die Neukonzeption der Museumsbibliothek und baute das Museumsarchiv auf. Sie studierte Geschichte, Gender Studies und Europäische Ethnologie, promovierte über die Geschichte der Antisemitismusforschung, arbeitete am Selma Stern Zentrum Berlin-Brandenburg, am Institut für Europäische Geschichte Mainz sowie für das Bundesarchiv.
Talitha Breidenstein ist freiberufliche Kuratorin, Kunstvermittlerin und angehende Unternehmensgründerin. Aktuell entwickelt sie ein Antisemitismuspräventionsprojekt an der Städelschule Frankfurt am Main. Sie studierte Kommunikations- und Kulturmanagement an der Zeppelin Universität sowie Kunstgeschichte und Judaistik an der Goethe-Universität Frankfurt, der Tel Aviv University und dem King’s College London. Ihr Studium schloss sie mit einer grundlegenden Untersuchung der Street-Art-Szene in Tel Aviv ab.
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