Die Lebenswege der Grafikerin Lea Grundig – Buchvorstellung in den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen
Sie übersetzte als eine der ersten die Berichte über den Judenmord in eine Bildsprache, lange bevor es Fotografie über die befreiten NS-Lager gab. Außerdem illustrierte sie mehr als 20 hebräische Kinder- und Jugendbücher. Für viele ihrer jüdischen Freunde überraschend emigrierte sie 1948 erneut und kehrte ins Land der Täter zurück. Seit 1949 lebte sie wieder in ihrer Geburtsstadt Dresden und wurde dort Professorin für Grafik an der Hochschule für Bildende Künste. Als Westemigrantin begegneten ihr viele SED-Funktionäre kritisch, bis es ihr schließlich mit ihrem Buch „Gesichte und Geschichte“ gelang, sich als treue Kommunistin in die Memoirenliteratur der DDR einzuschreiben, ohne ihre jüdische Herkunft zu verleugnen.
Am 24. März um 19 Uhr wird Jeannette van Laak, Historikerin und Professorin für Didaktik der Geschichte am Historischen Seminar der Universität Leipzig, im Kultur- und Bildungszentrum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Juri-Gagarin-Ring 21, ihre reich bebilderte Biografie über Lea Grundig vorstellen. Sie erzählt von Grundigs Vertreibung aus Deutschland, ihrem Leben in Palästina und in der frühen DDR. Sie berichtet von Aufbrüchen und von Ankünften, von Verlusten wie auch Gewinnen der Migration. So entsteht das Porträt einer umstrittenen, eigensinnigen und sensiblen Künstlerin als einer modernen, unbehausten Frau des 20. Jahrhunderts.
Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt des Erinnerungsortes Topf & Söhne mit dem Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte im Rahmen der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage. Der Eintritt ist frei.