Restaurierung im Großformat: Aktuelle Herausforderungen rund um die Erfurter Riesen-Bibel

04.05.2026 08:09

Die Wiederherstellung von Kulturgut ist oftmals keine leichte Aufgabe. Das zeigt sich aktuell auch bei der bedeutenden Erfurter Riesen-Bibel, der größten bekannten Pergamentbibel der Welt. Die aufwändigen Restaurierungsarbeiten rund um das aus zwei jeweils 50 Kilo schweren Bänden bestehende Werk stellen die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz vor ebenso große Herausforderungen.

Arain! Der Erfurter Synagogenabend

Foto: Schadensbild der Erfurter Riesenbibel Ms. or. fol. 1211 Foto: © Restaurierungsabteilung der Staatsbibliothek

In ihrem Gastvortrag „Die Restaurierung der Erfurter Riesen-Bibel“ am Dienstag, dem 5. Mai 2026, um 18:30 Uhr in der Alten Synagoge Erfurt berichtet Fachreferentin Petra Figeac über die neuesten Entwicklungen vor Ort. Die Veranstaltung findet im Rahmen von „Arain! Der Erfurter Synagogenabend“ statt. Der Einlass erfolgt ab 18:00 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei.

Die beliebte Arain! Veranstaltungsreihe des Netzwerks Jüdisches Leben Erfurt bietet einmal monatlich öffentliche (Gast-)Vorträge rund um jüdische Geschichte, das Jüdisch-Mittelalterliche UNESCO-Welterbe Erfurt, andere Welterbestätten und das globale Welterbe-Programm – prall gefüllt mit wissenswerten Hintergrundinformationen. Alle Themen und Termine sowie der aktuelle Programmflyer sind unter Arain! Der Erfurter Synagogenabend  zu finden.

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ist eine der bedeutendsten Bibliotheken weltweit und ein zentrales Zentrum der nationalen und internationalen Literaturversorgung. Alle Informationen zur Einrichtung sind online unter staatsbibliothek-berlin.de zu finden.

Details zum Vortrag

Im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin befindet sich die größte bekannte Pergamentbibel der Welt, die „Erfurt 1“ genannt wird. Sie ist Teil der „Erfurter Handschriftensammlung“, zu der 15 sehr bedeutende Handschriften und Tora-Rollen gehören. Die Handschrift besteht aus zwei jeweils 50 Kilo schweren Bänden, die im Zweiten Weltkrieg durch Brand und Löschwasser geschädigt wurden. Seit dem Jahr 2000 restauriert die Staatsbibliothek das wertvolle Manuskript. Der schwer geschädigte zweite Band ist fertiggestellt, wurde aufgrund der Größe nicht wieder als Buch zusammengefügt und ist jetzt in Einzellagen wieder für die Forschung zugänglich. Der erste Band ist noch in Arbeit, er ist weniger geschädigt und soll „in situ“ restauriert werden, das heißt, dass unter Erhalt des Buchblockes geglättet wird. Der Vortrag wird die neuesten Entwicklungen der schwierigen Restaurierung präsentieren.

Foto: Portrait Petra Figeac Foto: © Hagen Immel

Zur Person

Petra Figeac ist Fachreferentin für Ägyptologie, Christlichen Orient (Syrisch und Koptisch), Hebraistik und Judaistik in der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie studierte vor allem in Tübingen und an der Sorbonne und der Ecole Pratique des Hautes Etudes in Paris Philosophie, Religionsgeschichte und biblische Sprachen.

Ihr wissenschaftliches Interesse gilt vor allem der Handschriftenkunde und der Geschichte der Wissenschaft des Judentums, vor allem erforscht sie das Leben des bedeutenden Gelehrten, Bibliographen und Handschriftenexperten Moritz Steinschneider (1816-1907).