Zur Migration Erfurter Juden im Spätmittelalter

05.05.2020 19:30 – 05.05.2020 21:00

Maike Lämmerhirt, Universität Erfurt: Zur Migration Erfurter Juden im Spätmittelalter

ein gemaltes Bild, auf dem Juden mit ihrem Besitz vertreiben werden, unten rechts befindet sich hebräische Schrift
Foto: © Hamburg Staats und Universitätsbibliothek
05.05.2020 21:00

Zur Migration Erfurter Juden im Spätmittelalter

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Portraitfoto einer Frau
Foto: © Maike Lämmerhiert

Zum Vortrag:

Die hohe Mobilität von Juden im Mittelalter resultierte nicht allein aus Verfolgungen und Vertreibungen. Denn gelegentlich suchten jüdische Familien auch von sich aus einen neuen Wohnort mit besseren wirtschaftlichen oder politischen Bedingungen. Dies ist gerade für die zweite jüdische Gemeinde in Erfurt ab 1353 zu beobachten, die häufig Zielort jüdischer Zuwanderer war. Doch ebenso wurde Erfurt auch Ausgangsort und wichtiger Bezugspunkt bei der Entstehung jüdischer Siedlungen im Umland. Eine verstärkte Abwanderung jüdischer Familien ist zudem in Krisenzeiten zu beobachten.

Der Vortrag zeigt erste Erkenntnisse zur Migration Erfurter jüdischer Familien und nimmt dabei nicht nur die Gemeinde als Ganzes, sondern auch die einzelnen Familien in den Blick.

Zur Person:

Dr. Maike Lämmerhirt hat in Gießen, Jena und Kraków Mittelalterliche Geschichte, Neuere Geschichte und Kunstgeschichte studiert und in Jena über Juden in den wettinischen Gebieten im Spätmittelalter promoviert. Seither beschäftigt sie sich weiterhin mit der mittelalterlichen Geschichte der Juden in Erfurt und Mitteldeutschland. Die Migration von Juden im Spätmittelalter am Beispiel Erfurts ist Gegenstand ihres derzeitigen Forschungsprojekts an der Universität Erfurt.