Verborgene Schätze – Textilfunde in Genisot

06.04.2021 19:30 – 06.04.2021 21:00

Linda Wiesner, Jüdisches Museum Frankfurt, referiert über:
Verborgene Schätze – Textilfunde in Genisot

mehrere Textilien in unterschiedlichen Farben und Zuständen
Foto: © Linda Wiesner
06.04.2021 21:00

Verborgene Schätze – Textilfunde in Genisot

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt, Unesco-Beauftragte in Kooperation mit den Geschichtsmuseen
Veranstaltungsort Alte Synagoge, Waagegasse 8, 99084 Erfurt
Portraitfoto einer Frau
Foto: © Linda Wiesner

Zum Vortrag:

Nicht mehr verwendete religiöse Gegenstände und Schriften werden im Judentum nicht einfach weggeworfen, sondern vielmehr in einem besonderen Raum, in oder bei der Synagoge, abgelegt. Ein solcher Raum wird Genisa (Plural Genisot) genannt. Die meisten solcher Ablageräume wurden seit den 1980er Jahren in neuzeitlichen Synagogen von Landgemeinden vor allem im süddeutschen Raum gefunden. Den Großteil bilden in diesen Funden handgeschriebene und gedruckte Schriftstücke. Textilien für den synagogalen und individuellen Gebrauch sind meist nur Marginalfunde. Eine Ausnahme bildet beispielsweise der Fund aus der Genisa der ehemaligen Synagoge in Niederzissen, Rheinland-Pfalz. Der Vortrag stellt Textilfunde in Genisot vor und zeigt anhand ausgewählter Beispiele die Bedeutung dieser als Zeugnisse der materiellen Kultur des Landjudentums im deutschsprachigen Raum auf.

Zur Person:

Linda Wiesner hat Germanistik, Neuere und Neueste Geschichte und Musikwissenschaft in Dresden sowie Jüdische Studien in Heidelberg und Graz studiert. In ihrer Dissertation hat sie sich mit dem Textilfund aus der Genisa in Niederzissen, Rheinland-Pfalz beschäftigt. Seit Mai 2018 arbeitet sie als Provenienzforscherin am Jüdischen Museum Frankfurt.