Merav Schnitzer – „Judaistin in Residence“

Im Jahr 2020 ist Merav Schnitzer „Judaistin in Residence“ in Erfurt.

Merav Schnitzer

Foto einer grinsenden Frau (Merav Schnitzer)in dunkler Kleidung
Foto: © Merav Schnitzer

Vita

Merav Schnitzer ist Historikerin, spezialisiert auf die Geschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit (jüdische und allgemeine Geschichte), mit Schwerpunkt auf das Leben jüdischer Frauen in der mittelalterlichen Gesellschaft, hauptsächlich in Nordfrankreich und Deutschland.

Sie ist Forschungsstipendiatin am Goldstein-Goren-Diaspora-Forschungszentrum der Universität Tel Aviv. Im Jahr 2017 veröffentlichte sie ein Buch über sexuellen Zwang gegenüber jüdischen Frauen in der mittelalterlichen Gesellschaft: Rape between Halacha and Reality: Attitudes towards Sexual Coercion of Women in the Medieval Jewish Communities of Northern France and Germany (Tel Aviv: Tel Aviv University Press, 2017).

Forschungsprojekt

Merav Schnitzer forscht unter anderem zu silbernen Schlüsseln, die nach mittelalterlichen jüdischen Quellen ausschließlich von jüdischen Frauen am Schabbat getragen wurden und einen ganz speziellen Zweck erfüllten. Auch im Erfurter Schatz ist ein solcher Schlüssel enthalten – eines der ungewöhnlichsten Objekte. Sein Vorhandensein könnte ein neues Licht auf die Geschichte des Schatzes werfen und Merav Schnitzer wird ihren Aufenthalt in Erfurt dazu nutzen, dieses besondere Schmuckstück zu untersuchen. Sie erhofft sich damit neue Erkenntnisse zu dem Typus allgemein sowie zur Funktion und Bedeutung silberner Schlüssel im jüdischen Kontext.

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