Jüdische Museen zu Gast: Speyer, Worms, Mainz und die Besuchszentren des UNESCO-Welterbes SchUM-Stätten

19.03.2026 12:56

Die Veranstaltungsreihe „Jüdische Museen zu Gast“ des Netzwerkes Jüdisches Leben Erfurt geht in die nächste Runde. Dieses Mal sind Speyer, Worms und Mainz zugleich vor Ort in Erfurt. Am Dienstag, den 24. März 2026 um 18:00 Uhr gewährt Welterbekoordinatorin Birgit Kita exklusive Einblicke in das UNESCO-Welterbe SchUM-Stätten und seine Besuchszentren. Die Veranstaltung in der Kleinen Synagoge findet im Rahmen der „34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen“ statt. Eine Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Der Gastvortrag berichtet über die große Bedeutung der Besuchszentren von Welterbestätten als besondere Orte und Denkmäler, die gleich dreifach wichtig sind: als Bedeutungsvermittler vor Ort, Orientierungspunkte für Besuchende und Botschafter der UNESCO-Leitidee.

Der außergewöhnliche universelle Wert von Welterbestätten, der von der UNESCO anerkannt wurde, macht sie wichtig für die gesamte Menschheit. Sie machen die Geschichte der Menschheit erlebbar. Welterbe-Besuchszentren tragen dieser Bedeutung Rechnung. Sie bieten eine Vielzahl von Informationen zur Leitidee der UNESCO, zu Welterbestätten weltweit und zur Bedeutung des Welterbes vor Ort. Sie erklären den außergewöhnlichen universellen Wert der beschriebenen Welterbestätte und die Geschichte, die sich daran knüpft. Sie bieten Orientierung für Besucher, sind Anlaufstellen für die Erkundung des Welterbes und dienen der Inspiration und Vorbereitung.

Besuchszentren sind eines der prominentesten Tools zur Vermittlung einer Welterbestätte. In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz entsteht nun unser erstes Besuchszentrum für Schum. Am alten jüdischen Friedhof, also in direkter Nachbarschaft zur Welterbe-Komponente steht nun bereits ein kleiner Pavillon, der als Schum-Besuchszentrum Mainz bald seine Türen öffnen wird. Dabei ist der Pavillon nicht das Einzige, was zur Vermittlung der Welterbe-Komponente in Mainz erdacht wurde.

Auch hat eine serielle Welterbestätte besondere Bedürfnisse in der Vermittlung. Die Komponenten im Welterbe Schum-Stätten liegen immerhin jeweils 40 Kilometer voneinander entfernt am Rhein. So hat man sich bereits in der Antragsphase darauf verständigt, in allen drei Städten des seriellen Welterbes, Besuchszentren zu errichten.

Der Vortrag nimmt Interessierte mit auf eine gemeinsame Reise nach Rheinland-Pfalz zur Muttergemeinde von Schum und zeigt das erste von insgesamt drei Besuchszentren samt kurzem Ausblick auf die anderen in der Planung.

Details zur Person

Birgit Kita hat Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Christliche Archäologie & Byzantinische Kunstgeschichte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert. Anschließend arbeitete sie als freie Kuratorin, Autorin und Bauforscherin für verschiedene Institutionen in Limburg, Mainz und Wiesbaden, wo sie unter anderem mitwirkte an der Vorbereitung des Welterbe-Antrags der Stadt Wiesbaden zu „Great Spas of Europe“.

In Vorbereitung der Welterbe-Nominierung der Schum-Stätten erarbeitete Kita im Auftrag der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und in Kooperation mit dem Landesmuseum Mainz, der Landesdenkmalpflege Mainz, dem Stadtarchiv und der Jüdischen Gemeinde Mainz die Ausstellung „…es ist Licht geworden nach langer Nacht. Mainzer Synagogen – Architektur und Geschichte“. Darüber hinaus konzipierte sie die Tafel-Ausstellung „Künstler sehen Schum. Ein Blick auf das jüdische Erbe am Rhein. Werke von Manuel Herz, Klaus Krier und Wolf Spitzer“. 2015 bis 2023 leitete Birgit Kita die Vermittlung und Museumspädagogik am Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz, wo sie auch als Kuratorin tätig war und die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit betreute.

Seit Januar 2024 ist Birgit Kita Geschäftsführerin des Schum-Städte Speyer, Worms, Mainz e. V. und Welterbekoordinatorin des UNESCO-Welterbes Schum-Stätten Speyer, Worms und Mainz.