Jiddisch-Schau mit neuem Begleitprogramm verlängert
Musik und Vortrag zur jiddischen Sprache
Den Auftakt macht die Filmvorführung von „Black Honey: The Life & Poetry of Avraham Sutzkever“ am Donnerstag, dem 22. Oktober, um 18:00 Uhr. Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben von Abraham Sutzkever nach, einer zentralen Stimme der modernen jiddischen Kultur, der Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete, den Holocaust überlebte und bei den Nürnberger Prozessen aussagte. Im Anschluss wird seine Enkelin, die Schauspielerin, Dramatikerin und Regisseurin Hadas Kalderon, in einer Live-Videoschalte aus Israel für ein Gespräch zugeschalte. Ihre kreative Arbeit ist besonders eng mit dem Erbe ihres Großvaters verbunden und beleuchtet dessen Leben. Das mehrfach ausgezeichnete Werk aus dem Jahr 2018 wird im Originalton mit deutschen Untertiteln gezeigt.
Am Donnerstag, dem 11. Februar 2027, um 18:00 Uhr wird zu einem Konzert- und Gesprächsabend eingeladen: Das Anna Margolina Quartett präsentiert mit seinem aktuellen Programm und Studioalbum „Song Of A Girl“ melodischen Jazz verknüpft mit Folk, Soul und Elektronik. Die in Berlin lebende Sängerin Anna Margolina vertont darin Gedichte der jiddischen Dichterin und Journalistin Anna Margolin (1887 – 1952) – eine der bedeutendsten modernistischen Dichterinnen der jiddischen Literatur, die sich unter anderem für Frauenrechte engagierte. Vor dem Konzert spricht die Sängerin über die Bedeutung jiddischer Sprache und Kultur.
Am Dienstag, dem 16. März 2027, um 18:00 Uhr referiert schließlich JProf. Dr. Andreas Lehnertz, Juniorprofessor für Mittelalterliche Geschichte mit Schwerpunkt in der Jüdischen Geschichte an der Universität Trier, zum Thema „Was sprachen und schrieben Juden im Mittelalter? Zur Mehrsprachigkeit im Alltag“. Sein Vortrag über sprachliche Synthese beleuchtet anhand von anschaulichem Bildmaterial die funktionale Mehrsprachigkeit mittelalterlicher jüdischer Gemeinden, das Entstehen des Jiddischen (Altjiddischen), die Verwendung hebräischer Buchstaben für das geschriebene Wort in Alltagstexten sowie die frühe Alphabetisierung von Jungen und Mädchen.
Zur Ausstellung
Das Wort „Jiddisch” bedeutet nichts anderes als „jüdisch”. Die aktuelle Sonderschau in der Kleinen Synagoge zeigt die Vielfalt des frühen Jiddischen – einer jüdischen Komponentensprache aus deutschen Dialekten sowie hebräischen, romanischen und slawischen Elementen, die stets in hebräischen Buchstaben geschrieben wurde. Präsentiert werden vor allem westjiddische Zeugnisse wie Glossen, Briefe, Rechts- und Fachtexte, die die vielfältige Verwendung und breite Alltagstauglichkeit der Sprache vor dem Buchdruck eindrucksvoll dokumentieren. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Jiddistik und der Juniorprofessur Mittelalterliche Geschichte mit Schwerpunkt in der jüdischen Geschichte an der Universität Trier.