Internationale Projektarbeit
JEWish hEritage as Leverage for Sustainable TOURism
Jüdisches Kulturerbe als Impuls für nachhaltigen Tourismus
Unter der Führung der italienischen Stadt Ferrara ist Erfurt seit 2024 Teil des von der EU geförderten Interreg-Projekt JEWELS Tour. Weitere Teilnehmer sind Lublin, Coimbra, Lviv und Riga. Die niederländische Fachhochschule Breda unterstützt das Projekt wissenschaftlich.
Ziel ist es, jüdische Kultur und jüdische Viertel niedrigschwellig und nachhaltig sichtbarer zu machen und die Vermittlung des jeweiligen jüdischen Erbes zu verbessern. Jede Stadt hat bereits eigene Formen dafür gefunden, die den Partnern im Rahmen von Workshops vor Ort vermittelt werden.
Beteiligte Projektpartner
- Ferrara Stadtverwaltung (Italien)
- Breda Fachhochschule (Niederlande)
- Lublin: Ośrodek „Brama Grodzka - Teatr NN“ (Polen)
- Coimbra Stadtverwaltung (Portugal)
- Erfurt Stadtverwaltung (Deutschland)
- Lublin Stadtverwaltung (Polen)
- Riga Agentur für Investition und Tourismus (Lettland)
- Agentur für Regionalentwicklung Lviv (Ukraine)
Video zum Projektauftakt der JEWELS Tour in 2024
Bedeutung für Erfurt und Treffen vor Ort
Erfurt profitiert von diesem Projekt durch den Erfahrungsaustausch und der stärkeren europäischen Vernetzung. Die vielfältigen Vermittlungsformen, mit denen in den anderen Orten mit jüdischem Erbe umgegangen wird (beispielsweise in Form von Theater, Musik, Perfomance) liefern zahlreiche Anregungen, die über die bisherige Museumsarbeit in Erfurt hinausgehen.
Quartiersausstellung Inter Judeos als Fokus
Hier vor Ort soll noch stärker gezeigt werden, dass sich im Mittelalter die jüdische und christliche Stadt nicht trennen lassen. Grundlage dafür bildet die Dauerausstellung „Inter Judeos“ in Erfurts jüdischem Quartier, die zur Halbzeit des Interreg-Projektes im Mai 2026 komplett überarbeitet und mittels multimedialer Inhalte noch attraktiver gestaltet wurde. Auf dem 707 Meter langen, historischen Spaziergang um das UNESCO-Welterbe gibt es analog und digital Vieles zu entdecken – von originalen mittelalterlichen Objekten über eine Theateraufführung bis hin zu Graffitikunst. Der Outdoor-Rundgang in der Erfurter Altstadt umfasst insgesamt 19 Stationen und ist rund um die Uhr zugänglich. So ist das mittelalterliche jüdische Erbe der Stadt auch zu Zeiten sichtbar, zu denen die Ausstellungen nicht zugänglich sind.
Projekttreffen in Erfurt
Vom 26. bis 29. Oktober 2026 finden sich die Projektpartner in Erfurt zusammen. Nach der Anreise und einem gemeinsamen Abendessen als Auftakt finden gemeinsame Arbeitssitzungen und Besichtigungen vor Ort statt. Zum Abschluss ist ein Besuch des Erinnerungsort Topf & Söhne und der Gedenkstätte Buchenwald geplant. Über die konkreten Inhalte und Ergebnisse des Treffens in Erfurt wird zeitnah informiert.