Buchvorstellung und Lesung: Ausnahmezustand – Antisemitismus an Hochschulen seit dem 7. Oktober
Buchvorstellung und Lesung mit Prof. Dr. Marek Sierka
Deutschsprachige Hochschulen sind seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 kein sicherer Hort mehr für jüdisches Leben. Antisemitismus prägt seither auch den akademischen Raum: in hasserfüllten Demonstrationen, Besetzungen und Boykottaufrufen – und jenseits der sichtbaren Fälle in einer nachhaltig vergifteten Atmosphäre. Was macht diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an den Hochschulen tätig sind? In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises schildern Betroffene Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die einst ihre geistige Heimat war – und zugleich ihre Handlungsfähigkeit unter erschwerten Bedingungen. Ein ebenso bestürzender wie aufschlussreicher Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger.
Marek Sierka, Mitautor des Bandes, stellt das Buch vor und liest aus seinem Beitrag „Vom »judenfreien« Polen zur Angst vor einer »judenfreien« deutschen Wissenschaft“ sowie weiteren Zeugnissen. Im Anschluss laden wir herzlich zum Gespräch ein.
Eine Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft – Arbeitsgemeinschaft Erfurt.
Angaben zum Buch: Julia Bernstein, Alfred Bodenheimer, Elisabeth Schilling (Hg.): Ausnahmezustand. Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober. Zeugnisse von Betroffenen. Wallstein Verlag, Göttingen 2026 · 552 Seiten · ISBN 978-3-8353-6192-8 · 34,00 €