Das jüdisch-mittelalterliche Erbe in Erfurt

  • Die Westfassade der Alten Synagoge. Im Anschnitt Ausschnitte der Nordfassade.

    Die Alte Synagoge

    Mit einem Baubeginn um 1094 ist die Alte Synagoge eine der ältesten, größten und am besten erhaltenen mittelalterlichen Synagogen Europas. Sie spiegelt mit ihrer Baugeschichte die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Erfurt bis zum Jahr 1349 wider.

  • Mauerreste des mittelalterlichen jüdischen Ritualbades. Reste eines kleinen Raumes mit Tonnengewölbe und Tauchbecken, umgeben von Ausschnitten des bronzefarbenen Schutzbaus.

    Die Mikwe

    In Europa haben sich nur wenige jüdische Ritualbäder aus dem Mittelalter erhalten. Unter den Monumentalmikwen dieser Zeit vertritt die Erfurter Mikwe einen bislang einzigartigen Typus.

  • Haus mit Steinfassade, grob verputzt, mit vereinzelten Fenstern in diversen Größen

    Das Steinerne Haus

    Das Mitte des 13. Jahrhunderts errichtete Profangebäude kann jüdischen Besitzern zugeordnet werden und ist europaweit einer der wenigen Bauten dieser Zeit mit original erhaltener Ausmalung eines Innenraumes.

  • Grabstein mit Hebräischer Inschrift

    Die Grabsteine

    Bislang wurden etwa 70 Grabsteine und Fragmente vom ehemaligen jüdischen Friedhof wieder entdeckt. Sie stammen aus dem 13. bis 15. Jahrhundert und damit aus einer Zeit, aus der sich nur äußerst selten jüdische Grabsteine erhalten haben.

  • Der gesame Schatzfund ausgebreitet und sortiert in seine einzelnen Bestandteile. Münzen, Silberbecher, Silberbarren, Schmuck in diversen Arten.

    Der Erfurter Schatz

    Mit einem Gesamtgewicht von fast 30 kg ist der Schatzfund aus der Michaelisstraße in Umfang und Zusammensetzung weltweit einmalig. Bedeutendstes Objekt ist ein jüdischer Hochzeitsring aus dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts.

  • Doppelseite einer hebräischen Handschrift. Diverse textspalten und große verzierende Zeichen.

    Die Handschriften

    Die 15 hebräischen Manuskripte sind zwischen dem 11. und dem 14. Jahrhundert entstanden und stammen aus dem Besitz der mittelalterlichen Erfurter Gemeinde.

  • Fast Quadratisches Schriftstückk mit Kordel und großem Siegel daran.

    Der Erfurter Judeneid

    Die älteste erhaltene schriftliche Eidesformel für Juden in deutscher Sprache ist gleichzeitig das früheste schriftliche Zeugnis zur Erfurter Gemeinde.

  • Schmale, lange Bronzeampel. Mit diversen Motiven verziert.

    Die Bronzeampel

    Seit dem Mittelalter sind bronzene Hängelampen in jüdischem Kontext nachzuweisen. Erhalten haben sich solche Ampeln nur sehr selten. Die um 1160 entstandene Erfurter Bronzeampel ist das älteste bislang bekannte Exemplar.

In der in großen Teilen intakten mittelalterlichen Altstadt von Erfurt haben sich einmalige bauliche Zeugnisse der bedeutenden jüdischen Gemeinde aus der Zeit zwischen dem ausgehenden 11. und der Mitte des 14. Jahrhunderts erhalten. Ergänzt und aufgewertet werden die Bauzeugnisse durch eine weltweit einzigartige Fülle von Sachzeugnissen, die gemeinsam Aufschluss über das jüdische Gemeinde- und Alltagsleben sowie die Koexistenz von Juden und Christen in mittelalterlichen Städten bieten – in einer Komplexität, die mit keiner bekannten Stätte vergleichbar ist.

Aus diesem Grund hat sich die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt entschieden, für ihr jüdisches Erbe des Mittelalters den Titel "Unesco-Welterbe" anzustreben.
2014 wurde die Stätte "Alte Synagoge und Mikwe in Erfurt - Zeugnisse von Alltag, Religion und Stadtgeschichte zwischen Kontinuität und Wandel" auf die deutsche Vorschlagsliste für künftige Welterbestätten aufgenommen. Das heißt, dass der Antrag auf Aufnahme in die Welterbeliste der Unesco in einigen Jahren offiziell eingereicht werden darf.

Förderer

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