Jüdisches Leben in Erfurt im 19. und 20. Jahrhundert

Ausstellungsraum mit Stelen an der Wand
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die kleine Ausstellung im Kellergeschoss ist der Geschichte der dritten jüdischen Gemeinde zu Erfurt im 19. und im 20. Jahrhundert gewidmet. Rund 350 Jahre nach ihrer erzwungenen Abwanderung waren um 1800 wieder Juden nach Erfurt zurückgekehrt. David Salomon Unger erhielt 1810 als erster Jude seit 1453 das städtische Bürgerrecht. Sein Sohn Ephraim Salomon Unger wurde 1860 zum Ehrenbürger der Stadt Erfurt ernannt. Exemplarisch werden weitere namhafte Personen vorgestellt, von der Periode der Integration und Assimilierung über antisemitische Anfeindungen vor der Machtübertragung an die NSDAP und die systematische Auslöschung der jüdischen Gemeinde ab 1933 bis zur Wiederbelebung der Synagogengemeinde im Frühsommer 1945.

Die Geschichte der Gemeinde spiegelt sich in ihren Synagogen wider. In der Ausstellung werden drei Synagogen vorgestellt: Die Kleine Synagoge (1840) mit Mikwe, die Große Synagoge (1884) und die Neue Synagoge (1952).

Zwei kleine Chanukka-Leuchter und eine Menora, die im 18. bzw. im 19. Jahrhundert in Erfurt Verwendung fanden, erzählen ihre eigenen Geschichten. Außerdem erfahren Sie in der Ausstellung auch etwas über Rituale des Judentums.